Expertentipp patentverletzende Printsupplies

Der Markt für Printsupplies (Toner, Tinten, Bildtrommeln) ist groß und attraktiv– für den Original Hersteller ebenso wie für viele Anbieter, die hier versuchen Geld zu verdienen. Eine Möglichkeit den Gewinn zu optimieren ist, die legalen Voraussetzungen zu vernachlässigen. Aber wie sollen Sie als Endanwender erkennen, was Ihnen angeboten wird?

Welche Printsupplies/Druckerverbrauchsmaterialien finden sich überhaupt im Markt

  1. Original (OEM) Modul
    Neue Tinte oder Tonermodul produziert vom Original Hersteller (OEM) und unter seinem Marken-
    namen verkauft.

  2. Wiederaufbereitetes Modul (remanufactured)
    Gebrauchte OEM Patronen (Tinten- und Toner-Module) werden gereinigt und wieder befüllt erneut in den Umlauf gebracht. Hier gibt es große Unterschiede was beim Wiederaufbereiten geschieht und diese haben großen Einfluss auf die zu erwartende Qualität der Produkte.
    Unnötig zu sagen, dass die Produkte der Marke Spath Printware + Service in die erste Kategorie gehören (siehe auch Infos unter http://www.spath-printware.de/produkte/print-supplies/marke-spath-printware-servicer/).

    • Module werden einmalig (Virgin Leergut) wiederverwendet – auseinandergebaut, gereinigt, Teile ersetzt, mit Toner befüllt (ggf. mit einem modifizierten Tonertank für Pluskapazitäten); mit neuem voll funktionsfähigen Chip versehen und getestet
    • Module werden in einem Kreislauf immer wieder aufbereitet, indem sie gereinigt, die nötigsten Teile ersetzt und wieder befüllt werden.

  3. Neues Nicht-Original Modul
    Tinten- oder Toner-Modul, das nicht vom OEM produziert ist sondern von Dritten und unter einem anderen Markennamen verkauft wird. Um dies legal zu tun bedarf es allerdings im Regelfall einer Lizenz des OEMs die seltenst erteilt wird.
    In letzter Zeit finden sich vermehrt neu produzierte Nicht-Original Module im Markt, die unter diversen Markennamen verkauft werden. Diese Produkte werden in China oder anderen Süd-Ost-Asiatischen Ländern produziert und nach Europa importiert. Allerdings sind OEM-Module im Regelfall für ganz Europa patentiert. Der Produzent des Nicht-Original-Moduls in Asien verfügt nicht über das Patent oder eine Lizenz vom OEM und dürfte somit diese Produkte nicht in Europa verkaufen.

  4. Gefälschte Original Module
    Neue Tinten – oder Toner-Module die nicht vom OEM produziert wurden sondern von Dritten aber unter dem Markennamen des OEMs verkauft werden.

Wie erkennt man gefälschte Original Module?
Das ist nicht einfach, weil die Fälschungen meist sehr gut gemacht sind und sogar Hologramme etc., die die OEMs anbringen um Fälschungen zu vermeiden - bzw. aufzudecken - gefaked werden. Der optische Anschein hilft einem hier also nicht weiter. Ein wesentliches Indiz ist –wie so oft – der Preis. Wenn dieser deutlich unter dem Marktpreis, den Ihnen mehrere seriöse Anbieter nennen liegt, ist Misstrauen angebracht. Sprechen Sie uns zum Thema „reelle Preise“ ruhig an. Bei begründetem Verdacht ist jeder OEM offen für eine Nachfrage und prüft im Zweifelsfall das Produkt, wenn man ihm z.B. das leer gedruckte Modul zur Verfügung stellt.

Wie erkennt man welches wiederaufbereitete Modul von hoher Qualität ist?
Jeder Anbieter von remanufactured Produkten sollte Ihnen genau sagen und schriftlich vorlegen können, wie die eigenen Artikel produziert werden, ob das Ausgangsmaterial Virgin-Leergut ist, welche Normen und Zertifikate vorliegen, welche Tests gemacht werden und was die Qualitätsüberwachung des Händlers in Kooperation mit den Herstellern leistet, welche Garantie außer der gesetzlichen Vorgabe sie erhalten und vor allem, wie diese in der Praxis gelebt wird. Und letztlich ist auch hier der Preis wieder ein Indiz, denn Produkte in Premiumqualität wieder aufzubereiten kostet natürlich mehr.

Wie erkennt man Nicht-Original-Module die europäische Patente verletzen?

  • Das erste wesentliche Indiz ist der Zeitpunkt der Markteinführung. Um eine Tinte oder ein Tonermodul so wiederaufzubereiten, dass die Leistung und Qualität dem OEM Produkt entspricht, alle Bauteile optimal geeignet und verfügbar sind, der Chip funktioniert etc. braucht ein seriöser Hersteller eine Entwicklungszeit von mindestens 12 – eher 15 Monaten. Früher bietet der Markt außerdem keine für eine zuverlässige Produktion tauglichen Mengen an Virgin-Leergut, welches für ein Premiumprodukt unabdingbar ist.

  • Der nächste gute Hinweis ist der Preis. Die Preise für echte remanufactured Produkte in Premiumqualität differieren am Markt nur geringfügig, weil alle Hersteller den gleichen Aufwand betreiben müssen um ein gutes und rechtlich einwandfreies Produkt zu bieten. Wenn Ihnen Schnäppchen (50 % oder mehr unter den Preisen der Ihnen bekannten Alternativanbieter) angeboten werden, ist dies ein klares Indiz für eine fragwürdige Herkunft.

  • Die Optik. Zum Schutz der Rechte des OEMs gehört es u.a., dass alle Logos, Markenaufkleber und Kennzeichnungen bei der Verarbeitung zu einem remanufactured Produkt entfernt werden müssen. Wird dies nicht penibel beachtet, gilt so ein Produkt als Fälschung.
    Diese Bearbeitung hinterlässt aber im Regelfall Spuren am Modul. Es sieht einfach nicht mehr „neu“ aus. Wenn also das angeblich wiederaufbereitete Produkt wie „aus dem Ei“ gepellt und fabrikneu erscheint, weist dies klar auf einen Nachbau hin.

Welche Nachteile für die Umwelt bedeuten Nicht-Original-Produkte die europäische Patente verletzen?

Recycling/Entsorgung:
OEMs wie HP, Canon, Brother u.v.m. - ebenso wie die Hersteller von echten remanufactured Produkten – haben zertifizierte Systeme eingerichtet, um ihre Kartuschen wieder einzusammeln, nachdem der Kunde sie benutzt hat. Die meisten dieser Kartuschen werden auf umweltfreundliche Art aufbereitet, recycelt oder entsorgt und unterstützen damit die Gesetze und Vereinbarungen zur Müllvermeidung und Nachhaltigkeit, die europaweit gewünscht und gültig sind. Die patentverletzenden Toner und Tinten, die aus Süd-Ost-Asien importiert werden, verfügen über keine „End-of-Life“ Lösung. D.h. sie werden nach einmaliger Benutzung im Müll entsorgt oder verbrannt, was eine enorme Belastung der Umwelt bedeutet.

Schonung von Ressourcen:
Für die Herstellung eines Toner-Moduls benötigt man etwa 3 Liter Öl. Der Energieaufwand für die Herstellung eines Toner-Moduls liegt etwa 20x höher als der für ein gutes Remanufacturing. Mehr als 65% aller benutzten Module werden nach einmaligem Gebrauch einfach weggeworfen. Die Wiederaufbereitung spart natürliche Ressourcen wie Öl, Aluminium und Papier.

Welche Problematik für die Gesundheit bedeuten Nicht-Original-Produkte die europäische Patente verletzen?
Nicht-Original Module die in Süd-Ost-Asien, ohne Berücksichtigung europäischer Vorschriften produziert werden, sind aufgrund der fehlenden Patentrechte gar nicht für den europäischen Markt bestimmt. D.h. Vorschriften die zu Themen wie Gesundheit und Sicherheit in Europa aus gutem Grund bestehen, spielen bei diesen Produktionen keine Rolle.